Die britische Regierung hat geplannt, nächtliche Sperren für die Nutzung von Social-Media bei 16- und 17-Jährigen einzuführen, um die Sicherheit und das Wohlergehen dieser Altersgruppe zu fördern. Liz Kendall, Ministerin für Wissenschaft, Innovation und Technologie, kündigte kürzlich die Pläne an und erklärte, dass Social-Media-Apps für diese Altersgruppe zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens komplett gesperrt werden sollen. Darüber hinaus sollen auch andere sogenannte „Abhängigkeitsfunktionen“ wie Autoplay in Video-Feeds standardmäßig deaktiviert werden, wobei diese wieder aktiviert werden können.
Ziel der neuen Maßnahmen ist es, einen gesunden digitalen Lebensstil zu fördern und den Nutzern vor den negativen Auswirkungen einer zu intensiven Social-Media-Nutzung zu schützen. Laut den geplanten Regeln sollen ab dem nächsten Frühjahr umfassende Maßnahmen für Kinder im Alter unter 16 Jahren eingeführt werden. Diese Vorgehensweise orientiert sich weitgehend am Modell Australiens, das ab Dezember 2025 in Kraft treten wird, und ist dabei noch ausführlicher gestaltet.
Weitere konkrete Details der Maßnahmen betreffen bekannte Plattformen wie TikTok, Instagram, Facebook, X (früher Twitter), YouTube, Snapchat, Threads, Reddit, Twitch und Kick, die für unter-16-Jährige komplett unzugänglich gemacht werden sollen. Darüber hinaus wird auch die Nutzung von gefährlichen Funktionen wie Livestreaming und Chats mit Erwachsenen eingeschränkt, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen und ein gesünderes, stabileres Umfeld zu schaffen.
Positive Effekte aus Pilotversuchen
In Großbritannien gab es bereits einen Pilotversuch, der von mehr als 300 Familien durchgeführt wurde, und der von der Regierung als Grundlage genommen wird. Dabei wurden unter anderem maximale tägliche Nutzungsdauern von 15 Minuten, eine nächtliche Sperre (21 bis 7 Uhr) und das Verbot sozialer Medien eingesetzt. Obwohl die Maßnahmen individuell angepasst wurden, berichtete fast das gesamte Teilnehmerfeld von Verbesserungen im Wohlbefinden, einer besseren Schlafqualität und verbesserten Familienbeziehungen. Die Regierung hofft, dass solche positiven Auswirkungen durch eine allgemeine, kollektive Umsetzung noch stärker werden.
Ergänzende Maßnahmen
Die britischen Regierung möchte die geplanten nächtlichen Sperrzeiten nicht nur für 16- und 17-Jährige, sondern auch als Verlängerung des bestehenden Social-Media-Verbotes für Kinder unter 16 Jahren umsetzen. Diese Vorgehensweise hat sich bereits in verschiedenen Ländern als wertvoll erwiesen und wird jetzt in Großbritannien mit zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen erweitert. Zudem betont die Regierung, dass die Nutzer in ihrer Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen, eingeschränkt werden sollen, ohne jedoch die grundlegenden Rechte und Freiheiten zu gefährden.
Internationale Vorbilder
Die Regierung verweist darauf, dass das australische Modell als Grundlage diene, welches ab dem Jahr 2025 in Kraft treten wird und ein breiteres Spektrum an Maßnahmen umfasse. Großbritanniens Vorgehen soll in seiner Reichweite und Anwendung jedoch noch weitergehen. Insbesondere die Abschaltung gefährdender Funktionen wie Livestreaming und der Chat mit Erwachsenen hat internationale Anerkennung und Zustimmung gefunden.
Darüber hinaus wird auch ein Fokus auf die technischen Vorschriften und gesetzlichen Grundlagen gelegt. Diese sollen präzise und transparent gestaltet werden, um Missbrauch oder Umgehung zu verhindern. Die Ministerin betont in diesem Zusammenhang, dass eine einheitliche, gut koordinierte Umsetzung mit den Entwicklern, Plattformbetreibern und Eltern verbunden sein muss, um die gewünschten positiven Ergebnisse sicherzustellen.
Zukunftspläne
Die endgültige Umsetzung ist für den nächsten Frühling vorgesehen, sodass ab Frühjahr 2025 die ersten Schritte in die Umsetzung gehen. In der Zwischenzeit sollen umfassende Berichte und Pilotprojekte durchgeführt werden. Die britische Regierung erwartet, dass diese Maßnahmen in der Jugendkultur langfristige Auswirkungen haben und sich positiv auf das soziale und emotionale Wohlergehen der Jugendlichen auswirken werden.