Digitale Verwaltung: Rechenzentren des Bundes verfehlen Ökostrom-Ziele deutlich. Die staatliche IT-Infrastruktur Deutschlands steht vor einem Nachhaltigkeitsproblem. Eigentlich hätten alle Liegenschaften und Serverstandorte des Bundes bis Ende 2024 vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt sein sollen. Doch dieser Plan offiziell gescheitert. Die Bundesregierung hat keine klaren Termine für die Vollumstellung auf klimafreundliche Energieversorgung genannt.

Herausforderung und Fakten

Ein Bericht der Linksfraktion im Bundestag über die Klimawirkungen und das Nachhaltigkeitsmonitoring der bundeseigenen Informationstechnik hat ergeben, dass die Bundesregierung bei der Stromversorgung ihrer Rechenzentren auf dem Rückzug ist. Die Erhebung berücksichterte größere IT-Anlagen mit mindestens 100 kW Leistung. Geheim eingestufte Standorte konnten nicht einbezogen werden.

Dem Bericht zufolge nutzte die Bundesregierung im April 2025 insgesamt 167 Rechenzentren. In den Vorjahren lag die Anzahl der Rechenzentren bei 157 im Jahr 2024 und bei 160 im Jahr danach. Von diesen 167 standen 141 im direkten Betrieb der Bundesbehörden.

Fokus auf zentrale Rechenzentren

Ein großer Teil der staatlichen IT-Infrastruktur ist im Zuständigkeitsbereich der Bundesministerien verteilt. Insbesondere das Bundesinnenministerium betreibt die meisten Serverstandorte. Laut Bericht ist es bis 2029 geplant, fast die Hälfte aller nicht-geheimen IT-Großeinrichtungen des Bundes unter diesen Zustand zu führen.

Einige Ministerien planen in den nächsten Jahren eine deutliche Reduzierung der genutzten Serverstandorte. Dies ist Teil der Bemühungen zur Konsolidierung der IT-Kapazitäten, die auch an zentrale Serviceanbieter wie das IT-Dienstleistungszentrum des Bundes weitergeleitet werden sollen.

Kontrast zwischen Zielen und Realität

Obwohl die Bundesregierung Zielsetzung bis 2030 bestätigt hat, die klimaneutrale Verwaltung zu organisieren, bleibt es bei dieser Vision. Die Umsetzung in der Praxis verläuft langsamer als geplant. Eine Abhängigkeit von fossilen Energieträgern für den IT-Betrieb besteht weiterhin, und konkrete Maßnahmen zur Abwendung von Kohle, Gas und Öl fehlen.

Ein weiteres Problem ist die fehlende Transparenz. Die Regierung veröffentlicht beispielsweise keine genaueren Energieverbrauchsdaten für die Rechenzentren. Laut der Regierung könnten detaillierte Energieverbrauchsdaten Sicherheitsbedenken bedrohen und Rückschlüsse auf kritische staatliche Infrastrukturen ermöglichen.

Unveränderte Registrierung

Die geplanten Verordnungen zu Rechenzentrumsregistern nach Vorgaben des Energieeffizienzgesetzes sind noch nicht vollständig in die Tat umgesetzt worden. Ein zentrales Onlineportal für ein nationales Rechenzentrumsregister ist zwar in der Entwicklung, bisher haben sich jedoch erst sieben Standorte registriert.

Weitere Details sind unklar: Vier dieser sieben Registrierungen erfolgten laut Angaben der Betreiber aufgrund gesetzlicher Pflichten, bei drei fehlen die konkreten Hintergründe. Die Regierung plant derzeit keine verpflichtende interne Regelung, um alle staatlichen Rechenzentren am Register zu beteiligen.

Wachstumsdynamik

Infolge der zunehmenden Digitalisierung und der starken Verbreitung von KI-Anwendungen wächst der Energiebedarf der Bundesrechenzentren kontinuierlich. Dennoch bleibt die nachhaltige und ressourcenschonende Stromversorgung weiterhin ein ungelöstes Problem im deutschen Klimaschutzrahmen.

Was könnte getan werden?

Um die Nachhaltigkeit zu verbessern, könnten die folgenden Maßnahmen eingesetzt werden:

Durch ein aktives Monitoring und die Beteiligung an internationalen Nachhaltigkeitsinitiativen könnte die Bundesregierung zudem Vorbildfunktion auf nationaler Ebene übernehmen.

Einleitung

Es ist wichtig, einen klaren Plan für das zukünftige Management der Rechenzentren zu schaffen. Nur mit einer klaren Roadmap und finanziellen Ressourcen kann die Transformation hin zu nachhaltig auskunftsfähiger Recheneinrichtungen verwirklicht werden. Ein Fokus auf Technologien wie effiziente Kühlung und Nutzung von Regenerativenergiequellen könnte helfen, den Strombedarf der Serverflächen deutlich zu senken.

Ausblick

Die Digitalisierung und KI-Entwicklung sind unaufhaltsam und beeinflussen zunehmend die Arbeit der Regierung. Um die zukünftige Energieversorgung in diesem Bereich sicherzustellen, müssen jetzt Vorbereitungen getroffen werden. Nur dann kann es gelingen, die IT-Infrastruktur Deutschlands als nachhaltiges und klimafreundliches Vorbild zu positionieren.