Operation „First Light 2026“ ist eine breit angelegte internationale Aktion zur Bekämpfung von Social-Engineering-Betrug in Kooperation mit 97 Ländern. Im Rahmen dieser Operation wurden insgesamt 5811 Verdächtige festgenommen und illegale Vermögenswerte im Wert von 293 Millionen US-Dollar sichergestellt. Von Mitte Januar bis Ende April konzentrierten sich die Strafverfolgungsbehörden auf Schadensfälle wie Kompromittierung von Geschäfts-E-Mails, Sextortion, Romance Scam, Identitätsdiebstahl und Anlagebetrug sowie auf verbundene Geldwäsche.

Interpol koordiniert Aktion und greift mehrere Schritte ein

Laut Interpol haben mehrere Maßnahmen zum Erfolg der Operation beigetragen. Dazu gehörten: Razzien bei bekannter krimineller Aktivität, proaktive Verfolgung hochrangiger Verdächtiger, das Einfrieren von Bankkonten und virtuellen Wallets, der Einsatz von I-GRIP (einem Global Rapid Intervention of Payments-Mechanismus) sowie die Erstellung von Interpol-Diffusions und Notices zur Unterstützung internationaler Ermittlungen. I-GRIP ist ein schnelles System zur Sperrung illegaler Finanzströme, sowohl bei Fiat- als auch bei Kryptowährungen.

Mehr als 142000 Opfer betroffen

Festgehalten wurden bei der Operation nicht nur 5811 Verdächtige, sondern zusätzlich 15606 weitere Verdächtige identifiziert, die weiteren Ermittlungen unterzogen werden. Die Zahl der Opfer weltweit wurde bei rund 142000 Personen geschätzt. Im Rahmen dieser Operation wurden 31014 Bankkonten gesperrt und zahlreiche kriminelle Netzwerke zerschlagen.

Fälle aus Eswatini, Thailand und anderen Staaten

Unterstützung durch ASEANAPOL, GCCPOL und Europol

Die Operation wurde vom chinesischen Ministerium für öffentliche Sicherheit finanziert und durch die regionalen Polizeiorganisationen ASEANAPOL, GCCPOL und auch von Europol unterstützt. Beteiligt waren Länder wie Österreich, Dänemark, Frankreich, Liechtenstein, Großbritannien, die USA. Deutschland und die Schweiz nahmen nicht teil.

Ziele der Operation

Ziel war, kriminelle Organisationen zu bekämpfen, die sich auf die menschliche Psychologie verlassen, um Opfer zu täuschen. „Mitarbeit im globalen Maßstab ist entscheidend, um solche kriminellen Organisationen vollständig zu entwurzeln“, erklärte Tomonobu Kaya, Leiter des Zentrums für Finanzkriminalität und Korruptionsbekämpfung bei Interpol. Er betonte, dass alle beteiligten Länder „über die nötige Ausstattung verfügen und gemeinsam handeln“ müssten.

Vorangegangene Operationen im Kampf gegen Cybercrime

„First Light 2026“ ist nicht die erste Operation dieser Art. Die weltweite Operation „Synergia !II“ gegen Cybercrime hatte bereits im Vorfeld zu einer Sperrung von 45000 IP-Adressen und Servern geführt und 94 Verdächtige inhaftiert. Vor diesem führte die Operation „Red Card 2.0“ in zahlreichen afrikanischen Ländern vom Dezember 2025 bis Januar 2026 zu 651 Erfolgen und der Beschlagnahmung von 4,3 Millionen Dollar. Die Operation „Serengeti 2.0“ betraf 18 afrikanische Länder und hatte 1209 Festnahmen sowie die Sicherstellung von fast 100 Millionen Dollar gebracht.

Übersicht historischer Operationen

Kritik und Herausforderungen

Obwohl große Erfolge erzielt wurden, blieben einige Herausforderungen. So standen einige Länder – wie Deutschland und die Schweiz – nicht vollständig hinter dem Konzept. Zudem bleibt die schnelle und flexible Natur von Kryptowährungen ein großer Hindernisfaktor für zukünftige Ermittlungen. Zudem weisen einige Sicherheitsexperten darauf hin, dass kriminelle Organisationen sich leichter verstecken können, wenn sie Technologien wie Darkweb und Deepweb nutzen, um Kommunikation und Transfers zu verschleiern.

Zukunft und Ausblick

Die Operation zeigt, dass internationale Kooperation entscheidend ist, um organisierte Kriminalität im digitalen Zeitalter zu bekämpfen. Interpol betont, dass es sich für die Entwicklung einer umfassenden Strategie zum Schutz gegen cyberbasierte Finanzkriminalität einsetzt. Zukünftige Maßnahmen könnten auch die Einrichtung von Trainingsprogrammen und besseren Informationsaustauschen zwischen Ländern umfassen. Die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft und der Entwicklung von KI-gestützten Systemen zur Echtzeitüberwachung könnte weitere Erfolge bringen.

Weiterarbeitung an internationalen Maßnahmen

Neben Operation „First Light 2026“ arbeitet Interpol weiterhin an weiteren internationalen Projekten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Schritten zur Bekämpfung globaler Cyberbedrohungen und der Stärkung des Vertrauens in digitale Finanzsysteme. „Kein Land kann isoliert handeln – nur gemeinsam können wir Fortschritte erzielen“, so Kaya. Durch die globale Vernetzung können Behörden reagieren und zukünftige Risiken vorausschauend planen.