Von Powerbook bis iPad: Ein Blick in den digitalen Alltag von Steve Jobs
Lange Jahre war Steve Jobs nicht nur CEO von Apple, sondern natürlich auch Nutzer der ersten Stunde. Was hat der Mitgründer des Unternehmens mit den Geräten gemacht, an deren Schaffung er maßgeblich beteiligt war?
Dass Apples Noch-CEO Tim Cook ein großer Fan der eigenen Produkte ist, ist kein Geheimnis. Mehrfach sprach er bereitwillig darüber, welche Produkte er nutzt. 2024 waren es etwa ein iPhone 15 Pro Max, ein iPad Pro mit 13-Zoll-Bildschirm, ein MacBook Air und seltener ein MacBook Pro, wie Cook gegenüber dem Influencer Safwan AhmedMia, der in sozialen Medien als SuperSaf bekannt ist. Weniger offensichtlich war dagegen, wie sein Vorgänger mit der Technik aus eigenem Hause umgegangen ist. Doch es gibt ein paar Anhaltspunkte, die zeigen, wie Steve Jobs selbst Apple-Produkte genutzt hat.
Iphone e iPad come macchine di produttività
Es gibt eine Geschichte von Tony Fadell, dem ehemaligen Senior Vice President of the iPod Division und sogenannten „Vater des iPods“, die der Ex-Apple-Mann einmal im Podcast The Tim Ferris Show erzählte. Dabei ging es um das Urlaubsverhalten von Steve Jobs. War der Apple-Mitgründer verreist, hatten seine Mitarbeiter:innen laut Fadell drei Tage Ruhe vor ihrem exzentrischen Chef. Danach habe Jobs angefangen, die Kolleg:innen mit Anrufen zu bombardieren. Jobs sollen im Urlaub immer wieder neue Einfälle für kommende Produkte gekommen sein. Nicht überliefert ist, ob Jobs dafür zum iPhone gegriffen hat. Wer angerufen wurde, hatte aber laut Fadell 15 Minuten Zeit, ein Thema zu recherchieren und die Ergebnisse via Mail an den damaligen Apple-Chef zu schicken.
Überhaupt ist nicht viel darüber überliefert, wie Jobs das iPhone nutzte. Er stand der Idee, Apps von Drittanbietern auf dem Gerät installieren zu können, aber zunächst skeptisch gegenüber. Vorrangig aus Sicherheitsgründen. Stattdessen rief er Entwickler:innen dazu auf, Web-Apps zu entwickeln. Erst etwa ein Jahr nach dem Start des iPhones schaltete Apple doch den App-Store frei. In einem Interview mit dem Wall Street Journal (via 9to5Mac) erzählte Steve Jobs, welche Apps er selbst auf seinem iPhone installiert habe. „Ich habe einige Spiele gekauft“, erklärte der Apple-Mitgründer. Zu den weiteren Apps gehörten unter anderem Yelp, eine App um Mandarin-Phrasen zu lernen, die Facebook-App und die Anwendung der New York Times. Das Wall Street Journal habe ja keine App, bemerkte Jobs scherzhaft.
Abseits davon soll der Apple-Chef sein iPhone, und auch das iPad, hauptsächlich als Arbeitsgeräte für den Versand von E-Mails genutzt haben. PC World und The Guardian berichten davon, wie Jobs auf Anfragen von Kund:innen antwortete, meistens knapp, gelegentlich sogar nur mit einem Wort, oft dafür vom iPhone oder iPad versendet.
iApple Devices in der Familie
Klar ist auch, wer in Jobs Umfeld die Geräte nicht nutzen durfte: seine Kinder. Das berichtete der Journalist Nick Bilton in der New York Times. Ende 2010 fragte er Jobs nach eigenen Angaben, wie seine Kinder das iPad fänden. „Sie haben es nicht genutzt“, antwortete der Apple-CEO. Seine Frau und er die Nutzung von Technologie zu Hause limitieren. Wie strikt es dabei zuging, erklärte Jobs-Biograph Walter Isaacson gegenüber Bilton. Der sagte: „Jeden Abend legte Steve Wert darauf, am großen, langen Tisch in ihrer Küche zu Abend zu essen und über Bücher, Geschichte und alle möglichen anderen Dinge zu sprechen.“ Niemand habe dabei iPad oder einen Computer hervorgeholt. „Die Kinder schienen überhaupt nicht von elektronischen Geräten abhängig zu sein“, so Isaacson.
Il lavoro da casa di Steve Jobs
Wie es am heimischen Schreibtisch von Steve Jobs aussah, dokumentieren einige Fotos von Diana Walker aus dem Jahr 2004. Eines davon lässt sich hier, auf der Webseite des Time Magazine, betrachten. Man sieht einen beschäftigten Steve Jobs vor seinem Schreibtisch. Im Hintergrund ein unordentliches, schiefes Bücherregal, im Vordergrund ein Apple Cinema Display mit montierter Kamera. Auf anderen Schnappschüssen ist die andere Seite des Schreibtisches zu sehen. Welche Hardware zum Einsatz kommt, ist nicht so einfach zu sagen. The Next Web geht von einem 24-Zoll-Monitor aus, Cult of Mac schreibt von einem 30-Zoll großen Cinema Display. Welcher Computer genau unter dem Tisch steht, ist nicht zu erkennen.
Vor der iPhone-Zeit hatte Jobs zudem mobil mit einem Powerbook gearbeitet. Das belegt eine Mail, die Jobs direkt nach der ersten Krebs-Operation im Juli 2004 an die Belegschaft geschickt habe. Darin stand als Nachsatz: „Ich schicke dies aus einem Krankenhausbett und nutze dafür ein 17-Zoll-Powerbook und ein Airport Express.“ Dabei handelte es sich um einen WLAN-Router von Apple. Davon berichten sowohl Isaacson als auch das Magazin Wired.
1000 songs nella tasca di Steve Jobs
Lange vor dem iPod Touch war der iPod vor allem ein einfacher MP3-Player. Steve Jobs nutzte ihn wie vorgesehen als Musikspieler. Isaacson erzählt in Steve Jobs – Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers, welche Songs der Apple-Mitgründer 2004 in der Tasche immer dabei hatte. Dazu zählten große Teile des Werkes von Bob Dylan. Auch von den Beatles hatte Jobs sieben Alben auf dem iPod. Platz 3 sollen die Rolling Stones eingenommen haben. Nur ein Viertel des Speichers war laut Isaacson zeitgenössischen Künstler:innen vorbehalten. Darunter Alicia Keys, die 10.000 Manicas, die Black Eyed Peas oder U2 oder Moby. Im Laufe der Jahre bis 2011 soll sich der Musikgeschmack von Steve Jobs nicht geändert haben. 2011 habe er seine Lieblingsmusik auf sein neues iPad 2 gespielt, gemeinsam mit Isaacons an einem Nachmittag aber auch klassische Musik, etwa Bachs Zweites Brandenburgisches Konzert, gehört.
Dieser Artikel wurde ursprünglich am 11.06.2026 veröffentlicht, interessiert jedoch immer noch sehr viele unserer Leser:innen. Deshalb haben wir ihn aktualisiert und hier nochmals zur Verfügung gestellt.